NUR HÄUSERGERÜSTE STEHEN NOCH auf dem Kollerparkplatz. Die hintere Hälfte der Gebäude, in denen einst Duschlbräu und Achmets Gemüseladen untergebracht waren, ist bereits abgerissen, nur der Teil zur Neustadt hin steht noch. Nach Ostern werden auch diese Reste verschwinden. Ab Sommer entstehen auf dem Areal insgesamt fünf Neubauten, hautpsächlich mit Wohnungen und einem Laden. (Foto: Christine Vinçon)
Von Katrin Filler
Der Kollerparkplatz bekommt ein neues Gesicht. Seit einigen Wochen sind die Abrissarbeiten im Gang, der Parkplatz wird bekanntlich bebaut. Im Sommer geht es los: Fünf Häuser, vorwiegend mit Wohnungen, sollen auf dem Areal zwischen Börmergasse, Neustadt und Herrngasse entstehen. Ende 2013 sollen sie fertig sein.
Es ist ein großes Projekt: Vier Maßnahmen sind geplant für fünf Häuser mit Wohnungen und einem Laden. Das Baugebiet umfasst nicht nur den heutigen Parkplatz, sondern auch den Grund, auf dem bis vor kurzem das frühere Duschl-Bräu und Achmets Gemüseladen standen. Beide Gebäude standen lange leer und wurden inzwischen größtenteils abgerissen. Der vordere Teil steht noch, er wird nach Ostern fallen, sagt Architektin Barbara Koller-Fichtel. Gemeinsam mit dem Büro Leinhäupl + Neuber plant sie die Bebauung des gesamten Areals.
Die Fassaden des Neubaus werden wieder fast genauso aussehen wie die jetzigen. Darin ist im Erdgeschoss auf rund 630 Quadratmetern ein Laden geplant. In die drei oberen Stockwerke kommen, wie bei allen anderen Häusern auch, Wohnungen. Der hintere Teil der beiden Gebäude, zum heutigen Parkplatz hin, ist etwas niedriger. Geplant sind in den beiden Häusern 15 Wohnungen mit insgesamt 1245 Quadratmetern.
Dazu kommen noch drei Neubauten auf dem Areal des Parkplatzes: Ein Haus steht am hinteren Ende des Platzes, Richtung Herrngasse. In der Mitte entsteht ein weiteres, kleineres Haus, und auch entlang der Börmergasse wird gebaut. Dort entstehen weitere 40 Wohnungen auf insgesamt 3230 Quadratmetern. Allen Häusern sind außerdem Stellplätze zugeordnet. Sie verteilen sich auf die Tiefgarage, das Erdgeschoss der Häuser 1 und 2 sowie den Innenhof; insgesamt entstehen so 118 Parkplätze. Viele Wohnungen haben Balkon, Loggia oder Terrasse.
Mit diesem Großprojekt reagieren die Architektengemeinschaft und der Bauträger für einen Großteil der Häuser, das „City Palais“, auf einen Trend: Baulücken sollen geschlossen werden, und immer mehr Bürger wollen in die Stadt ziehen, doch gerade in der Innenstadt ist Wohnraum rar. Jetzt ist der recht unansehnliche Platz überplant worden und bekommt ein neues Gesicht. Architekt Peter Leinhäupl lobt die ruhige Lage mitten im Zentrum. Es werde ganz unterschiedliche Wohnungsgrößen geben. Laut Plan sind die 40 Wohnungen in den drei Häusern auf dem ehemaligen Kollerparkplatz zwischen 34 und 145 Quadratmeter groß.
Das Projekt wird also die Parkplatz-Lücke ebenso wie die Börmergasse schließen. Letzteres ist auch eine Rückbesinnung: Dort stand früher schon die Brauerei Koller, erklärt Koller-Fichtel. Mitte der 60er Jahre wurde das Gebäude abgerissen. An der Stelle war auch die Frage der Dachgestaltung schwierig. Zuerst waren dort für das sogenannte Haus 1 mehrere kleinere Giebeldächer geplant, sagt Leinhäupl. „Wir haben kleine Modelle gebaut und sie in das Stadtmodell eingesetzt, um zu sehen, wie es aussieht.“ Gemeinsam mit Stadt und Gestaltungsbeirat habe man sich dann für eine ruhigere Dachlandschaft entschieden. „Vorher war es auch so ähnlich“, sagt Koller-Fichtel.
Das Haus 1 entlang der Börmergasse wird drei Stockwerke plus zwei Dachgeschosse umfassen. Im Erdgeschoss sind keine Wohnungen, sondern beispielsweise Stellplätze, Fahrrad- und Abfallräume untergebracht. So ist es auch im Haus 2 in der Mitte des Areals vorgesehen. Es ist ein Stockwerk niedriger und hat ein Flachdach. Es soll sich laut Koller-Fichtel zurücknehmen, um die Hofsituation zu betonen. Lediglich im Haus 3, Richtung Herrngasse, sind auch im Erdgeschoss Wohnungen. Es ist so hoch wie Haus 1. Entlang dieser drei Häuser verläuft die Innenstadt-Passage. Nachdem in jüngster Zeit bereits die Passage von der Rosengasse her neu gestaltet wurde und ein Durchgang bis zur Heilig-Geist-Kirche geplant ist, soll auch dieser Abschnitt entsprechend
genutzt werden.
Es wird zudem Gärten und Innenhöfe geben – auch in Zusammenarbeit mit den umliegenden Anwohnern. „Wir haben mit den Nachbarn gesprochen“, sagt Koller-Fichtel. Zwei Hintergebäude werden nun abgerissen, so dass Innenhöfe entstehen. Dass die einzelnen Eigentümer zu einem Gesamtkonzept gefunden haben, hat lange gedauert. Koller-Fichtel sagt: „Wir planen da seit 25 Jahren.“

Fünf Häuser mit insgesamt 55 Wohnungen werden auf dem Areal gebaut. Trotz Innenstadtlage und Lückenschluss ist viel Grün geplant.

Entlang der drei Häuser wird die Innenstadt-Passage führen. In diesen Neubauten entstehen 40 Wohnungen.
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